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Der ewige Zwiespalt im Beziehungsleben

May 3, 2017

Der ewige Zwiespalt im Beziehungsleben

Wer kann schon von sich sagen, dass er immer sich selbst ist, nie außer sich gerät und immer Entscheidungen trifft, die seinen Überzeugungen entsprechen?

Momentan läuft eine interessante Diskussion über die Figuren in meinem Roman Nachklang in einer Leserunde bei Lovelybooks. Es geht um die Widersprüchlichkeit der Hauptfiguren, Ellie und Theo. Warum lässt sich eine Frau, die eigentlich eine Karriere plant, von einem machtbewussten Mann von ihrem Weg abbringen? Warum engt Theo sie so ein, lädt Schuld auf ihr ab und stellt unerfüllbare Erwartungen an sie, obwohl er sie doch liebt? Warum möchte er eine Familie und nimmt sich dann keine Zeit für sie? Warum macht sie das alles so lange mit?

Leider sind diese inneren Zwiespälte viel zu normal. Sehnsucht und Angst liegen nahe beieinander. Die Angst vor der Abhängigkeit co-existiert mit der Angst vor Ablehnung und Trennung, die Sehnsucht nach Nähe und Stabilität mit der Sehnsucht nach Freiheit. Wer darüber reflektieren kann, hat eine Chance auf Balance und entwickelt auch Toleranz für die Macken des Anderen. Menschen, die wie Theo ihre eigenen Schwächen verleugnen und immer auf die Fehlerhaftigkeit des Anderen fokussiert bleiben, sind die eigentlichen Psychopathen.

Theos Angst, dass andere Männer seiner Frau nahe kommen könnten, und Ellies Angst, von Theo verachtet und verstoßen zu werden, stehen in enger Verbindung mit Situationen, die beide in ihren Herkunftsfamilien erlebt haben. Sie sind ebenso der Klebstoff wie das Gift ihrer Liebe. Beide können so nicht glücklich werden. Beide erfahren bis dass der Tod sie scheidet niemals die ganze Wahrheit vom anderen.

Unweigerlich stellt sich die Frage, ob die Ehe gehalten hätte, wäre Theo am Leben geblieben. Ellie beantwortet sie für die Leser im letzten Teil.

Der Roman ist erhältlich bei Amazon.

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